Stuttgart Scorpions machen Schritt in Richtung Play-offs – Starke Defensive sicherte 21:14 Sieg gegen Rhein-Neckar Bandits

 War nach dem Ausfall von Quarterback Tom Schneider bereits vor dem Spiel der Stuttgart Scorpions gegen die Rhein-Neckar Bandits absehbar, dass der Schlüssel zum Sieg über die Defense führen wird, so hat sich dies am vergangenen Samstag vor 775 Zuschauern im GAZI-Stadion auf der Waldau bestätigt. Zwar konnten die Gäste aus Mannheim im Angriff rund 300 Yards erzielen, und damit knapp mehr als die Scorpions, doch ließ die Stuttgarter Verteidigung nur zwei Touchdowns zu. Dem Angriff der Scorpions hingegen war anzumerken, dass er sich im ersten Spiel ohne Schneider noch schwer tat, diesen zu ersetzen. Die Aufgabe, ihn zu ersetzen, verteilte Head Coach Paul Schudel auf die Schultern von Martin Güney, welcher den klassischen Quarterback gab, und John W. Pike, welcher meist zum Einsatz kam, wenn Schudel auf die sogenannte Wildcat-Formation setzte, bei der der Quarterback oft zum Ballträger wird. Mit von der Partie war nach längerer Verletzungspause der zuvor schmerzlich vermisste Running Back Pushaun Brown, welcher die Hälfte aller erzielten Yards für die Hausherren erlief und so getrost als einer der Matchwinner bezeichnet werden darf.

Brown war es auch, der für die ersten Punkte des Spiels sorgte: Zum Abschluss des ersten Stuttgarter Drives erzielte er per Lauf die 7:0 Führung (PAT Wurster), ehe er kurz vor Ende des ersten Quarters erneut zur Stelle war und das 14:0 (PAT Wurster) erlief. Geprägt war dieses erste Quarter ansonsten von Startschwierigkeiten beider Teams – die Scorpions waren noch auf der Suche nach dem richtigen Mittel gegen die Mannheimer Verteidigung und versuchten es so immer wieder auch mit Pässen von Güney auf seine Receiver, wobei nicht zu übersehen war, dass es an der Abstimmung selbstverständlich noch haperte. Der Bandits-Offense um Quarterback Marco Ehrenfried und Running Back Daron Harmon hingegen war zwar von Beginn an anzusehen, weshalb sie zu den besseren der Liga gehört, jedoch fehlte an diesem Tage die Durchschlagskraft gegen die starke Stuttgarter Defense um Safety John W. Pike.

Im zweiten Quarter konnten sich dann auch die Gäste auf die Anzeigetafel bringen, Marco Ehrenfried bediente mit einem Pass über rund 40 Yards Stephan Mertsching, welcher so für das 14:7 sorgte (PAT Derbuc). Bis kurz vor Ende des Quarters egalisierten sich beide Teams weitestgehend, ehe es kurz vor der Pause eng wurde für die Hausherren. Danny Washington gelang es, einen Pass des Stuttgarter Quarterback Güney abzufangen und bis wenige Yards vor die Stuttgarter Endzone zu bringen. Nachdem die ersten drei Versuche, den Ball in die Endzone zu bringen, misslangen, versuchten es die Bandits im letzten Versuch mit einem Trickspielzug: Aus der Field Goal Formation heraus entwickelte sich ein Passspielzug, den die Scorpions-Defense jedoch 2 Yards vor der Endzone unterbinden konnte, so dass es zur Halbzeit beim 14:7 blieb.

In der zweiten Halbzeit dann kam den Gastgebern zugute, dass sich die Bandits mit etlichen Strafen in der Offense das Leben selbst schwer machten. Darüber hinaus gelang es nun auch der Stuttgarter Verteidigung, einen Turnover zu erzielen, Linebacker Thomas Frach konnte einen Pass von Ehrenfried abfangen und so einen weiteren Mannheimer Angriff abwehren.

Weiterhin 14:7 war der Spielstand, als es ins letzte Quarter ging, und als die Bandits rund 5 Minuten vor Ende der Partie am Drücker waren, folgte das nächste Big Play der Hausherren, dieses Mal in Form eines erzwungenen Ballverlustes des Mannheimer Quarterbacks nach hartem Tackle von Defensive End Daniel Mirus. Den freien Ball konnte Linebacker Thomas Metzger sichern und über 30 Yards in die Mannheimer Hälfte tragen und hier sollte die Offense nun für die Entscheidung sorgen. Martin Güney bediente von der 35 Yard Linie aus Receiver Fabian Weigel, welcher im Anschluss das erlösende 21:7 (PAT Wurster) besorgte.

Doch noch war das Spiel nicht gelaufen, verkürzten die Bandits zwei Minuten vor Spielschluss nochmals auf 21:14, erneut nach Pass von Ehrenfried, dieses Mal auf Nicolai Henn (PAT Derbuc). Was folgte war ein Onside-Kick, durch den die Bandits versuchten, im Ballbesitz zu bleiben. Dieser schlug jedoch fehl und so war nochmals der Stuttgarter Angriff am Zug. Nennenswerter Raumgewinn gelang allerdings nicht mehr und 12 Sekunden vor Ende der Partie wechselte das Angriffsrecht ein letztes Mal. Am Ausgang der Partie änderte dies letztendlich nichts mehr, denn beim ersten Versuch musste die Bandits-Offense eine Strafe wegen Illegalem Vorwärtspasses hinnehmen, welche verbunden mit der 10 Seconds Run Off Regel – nach der zu einer Yards Strafe innerhalb der letzten zwei Minuten noch eine 10 Sekunden Strafe erfolgt – das Spielende bedeutete.

Somit gelang den Stuttgart Scorpions also ein wichtiger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten um die Play Off Plätze im Süden, und schon am nächsten Samstag kommt es zum Rückspiel in Mannheim, ehe am 17. August die Franken Knights aus Rothenburg auf der Stuttgarter Waldau gastieren.