Stuttgart Scorpions auch bei der Flag-Europameisterschaft vertreten

Die italienische Hafenstadt Pesaro, deren knapp 100.000 Einwohner von reichlich Sonne und der Adria verwöhnt werden, war in diesem Jahr Austragungsort der Flag-Football-Europameisterschaft für die 5 on 5 – Variante bei den Senioren. Unter den Damen und Herren, welche die Coaches für das Turnier auserwählt hatten, befanden sich auch drei Akteure aus den Reihen der Stuttgart Scorpions: Sabine Wagner, bei den Damen, Fabian Weigel und Kevin Silberhorn bei den Männern.

Und besonders für den als Letzteres genannten Silberhorn waren diese Tage in Italien eine ganz besondere Erfahrung. Denn während zum Beispiel Fabian Weigel, im Normalfall für die Scorpions in der GFL aktiv, seit Jahren fester Bestandteil der deutschen Nationalmannschaft ist, begann Silberhorn erst vor rund einem Jahr mit dem Flag-Football. Ein Anfänger ist er jedoch bei Weitem nicht, war er doch schon in den 90er-Jahren unter Scorpions-Gründer Harold Kienitz für den Club in der 1. Bundesliga aktiv. Nach Jahren in der Fremde kehrte er von 2000 bis 2004 auf die Waldau zurück, ehe er sich im Anschluss nach und nach vom aktiven Footballsport zurückzog. Ganz konnte er jedoch nicht davon lassen, und so fand er 2012 seinen Weg zum Senior-Flag-Team der Scorpions, dem Flag-Pack.

Nachdem die Umstellung von Tackle- auf Flag-Football größtenteils geschafft war, zeigte sich, dass er noch nichts von seinem alten Ehrgeiz eingebüßt hatte, und so nahm er, zu diesem Zeitpunkt bereits 40-jährig (inzwischen kam ein weiteres Lebensjahr hinzu), an den Tryouts für besagtes Turnier teil. Der eine oder andere mag zwar über Silberhorns Ziel, zu den 15 Spielern zu zählen, welche Deutschland bei der EM vertreten dürfen, gelächelt haben, doch am Ende setzte er sich gegen die jüngeren Mitbewerber durch und trat als ältester Spieler des deutschen Kaders die Reise nach Italien an.

Dort traf Deutschland als erstes auf Titelverteidiger Dänemark und bekam von diesem auch schnell die eigenen Grenzen aufgezeigt: 19:53 lautete das Ergebnis aus deutscher Sicht, gegen einen Gegner, der mehr als nur übermächtig war. Wenig überraschend konnten die Dänen ihren Titel am Ende auch verteidigen und marschierten ungeschlagen durch das Turnier.
So schwer sich die gesamte Mannschaft in diesem ersten Spiel tat, so viel Mühe hatte auch Silberhorn zu Anfangs, sich an das Niveau des Turniers zu gewöhnen. Einerseits, weil es in Deutschland kaum ein Team gibt, welches ähnlich spielstark ist wie jene, die bei internationalen Wettkämpfen vertreten sind, und zum anderen weil er spätestens hier ein Stück weit seinem Alter Tribut zollen musste. Unumwunden gibt er auch zu, dass der eine oder andere Gegenspieler ihm gewiss leichter davon lief, als das noch in früheren Tagen der Fall gewesen wäre. Dennoch fiel er keinesfalls ab gegenüber seinen Mitspielern, und so kam er in den nächsten Vorrundenspielen gegen Irland (51:13), Italien (25:46) und den Niederlanden (44:20) auch weiterhin als Cornerback in der Verteidigung zum Einsatz.
Im Viertelfinale unterlag die deutsche Truppe dann mit 19:39 dem Nachbarn aus Österreich, ehe durch ein 44:40 gegen Großbritannien ein passabler siebter Platz (insgesamt waren zehn Länder vertreten) gesichert werden konnte.

Für Kevin Silberhorn war die Teilnahme an dieser EM logischerweise eine ganz besondere Form der Genugtuung, doch gestillt ist sein Eifer deshalb noch lange nicht, weshalb er sich nun vorgenommen hat, sich im kommenden Jahr gezielter und ausgiebiger vorzubereiten. Damit die Tage als deutscher Nationalspieler keine einmalige Angelegenheit waren, und er seinen Gegnern das Leben so schwer machen kann wie in früheren Zeiten.

Alle Infos zu den deutschen Teams, Ergebnisse und vieles mehr findet sich unter https://flagfootballdeutschland.de/, Fotos von den Teams und den Spielen unter https://www.flagmedia.de/em2013/