Mit einem deutlichen 72:34 Sieg gegen die Ravensburg Razorbacks haben die Stuttgart Scorpions am Samstag die Tür zum Klassenerhalt in der GFL weit aufgestoßen. In einem Spiel, das die Hausherren vom ersten Drive an dominierten, funktionierte vieles, was zuvor in der regulären Saison nicht geklappt hatte. Besonders in Halbzeit eins präsentierte sich das Team von Headcoach Jermaine Guynn in glänzender Verfassung und erzielte 47 Zähler, während Ravensburg punktlos gehalten wurde. Einziger Schönheitsfehler der Partie waren die deutlich zu einfach zugelassenen Scores der Razorbacks in der zweiten Halbzeit.

Genau zum richtigen Zeitpunkt zeigten die Stuttgart Scorpions am Samstag ihre wahrscheinlich beste Saisonleistung. Im ersten der beiden Relegationsspiele schafften es die Schwaben mit einer beeindruckenden Entschlossenheit schon vor dem Rückspiel in Ravensburg für einen deutlichen Vorsprung nach Punkten zu sorgen. Während die Gäste, Erstplatzierter der GFL2 Süd, zunächst sehr nervös agierten, zeigten die Scorpions bereits in ihrem ersten Drive den unbedingten Willen, in der höchsten deutschen Spielklasse im American Football zu verbleiben. Nach einem guten Kickoff-Return von Richard Samuel bis weit in die gegnerische Hälfte schaffte es Ravensburg, die Stuttgarter an der Elf-Yard-Linie bei einem wichtigen dritten Versuch zu stoppen. Bei viertem Versuch und noch drei Yards bis zum neuen First Down entschied sich Stuttgart jedoch gegen ein sicheres Field Goal und spielte den Versuch aus. Quarterback Michael Eubank konnte den Ball beim Snap jedoch nicht kontrollieren und ließ diesen fallen, reaktionsschnell schaffte er es jedoch, das Spielgerät rechtzeitig wieder aufzunehmen und für einen Touchdown auf Fabian Weigel zur 07:00 Führung in die Endzone der Razorbacks zu werfen. Auch die Defense zeigte im Anschluss Stärke und zwang die mit dem Tempo und der Körperlichkeit der Scorpions deutlich überforderten Razorbacks nach nur einem First Down mit einem Punt vom Feld. Während sich die Schwaben auch in der Folge aggressiv und entschlossen Chance um Chance erarbeiteten und sie sich in schwierigen Situationen, anders als noch in der regulären Saison, auch einmal auf das Glück verlassen konnten, agierten die Gäste aus Ravensburg zunächst überraschend zurückhaltend und beeindruckt. So punkteten die Scorpions auch in ihrem zweiten Drive. Unter Druck vervollständigte Quarterback Eubank einen Pass auf Receiver Richard Samuel, der den Weg zu einem 69 Yard Touchdown bis in die Endzone der Ravensburger fand (14:00). Im Gegenzug mussten die Gäste nach drei Versuchen wieder vom Feld und punteten den Ball zurück zu den Stuttgartern. Nur kurze Zeit später erhöht Fabian Weigel auf 21:00. Das starke Offensivspiel der Schwaben wurde an diesem Abend zudem häufig durch gute Feldpositionen nach weiten Kick- und Puntreturns unterstützt. Auch die in dieser Saison oft überrannte Defense der Stuttgarter schafft es lange, ihr Spiel auf hohem Niveau zu halten. Zu Beginn des zweiten Quarters fing Scorpions Linebacker Hans Stecher eine Interception, die er für einen Pick Six in die Endzone der Gäste tragen konnte (28:00). Auf der Gegenseite waren die Razorbacks an diesem Abend mitunter auch vom Pech verfolgt. Zuerst verletzte sich Quarterback Garrett Dellechiaie und kurz darauf Allzweckwaffe Alexander Jevonte. Zwar spielte Dellechiaie nach kurzer Pause weiter, jedoch war der Spielmacher durch seine Beinverletzung sichtlich eingeschränkt. In der Konsequenz erzielte die Mannschaft der Stuttgarter bis zum Ende der ersten Halbzeit noch drei weitere Touchdowns, während sie das angeschlagene Gästeteam weiter bei Null Punkten hielt (Halbzeit 47:00). Trotz des deutlichen Spielstands ließ die lautstarke Unterstützung der etwa 200 mitgereisten Ravensburger auf der Tribüne aber nie nach.

Auch nach der Halbzeitpause knüpfte Stuttgarts Offense zunächst an die konzentrierte Vorstellung der ersten Hälfte an und punktete durch zwei Touchdowns erneut. Allerdings kam auch die Offense der Razorbacks langsam auf Betriebstemperatur und erzielte drei Touchdowns in drei aufeinanderfolgenden Drives (53:21). Als Stuttgart im achten Drive zum ersten Mal keinen Touchdown bei eigenem Ballbesitz erzielte, fiel das Momentum für kurze Zeit den Ravensburger zu. Schnell entstand jedoch wieder ein ausgeglichenes Spiel, in dem Stuttgart noch drei weitere und Ravensburg noch zwei weitere Touchdowns erzielte (Endstand 72:34).

Obwohl auch schon vor der Partie mit einem sehr punktereichen Spiel gerechnet werden konnte, beide Teams hatten in der regulären Saison pro Partie jeweils über 30 Punkte des Gegners zugelassen, überrascht das Endergebnis von 72:34 in der Höhe trotzdem. Durch eine überragende erste Hälfte haben die Scorpions mit 38 Punkten Vorsprung (fünf Touchdowns inklusive PAT und ein Field Goal) für das Rückspiel in Ravensburg alle Trümpfe in der Hand. Trotzdem wird von Jermaine Guynns Team noch einmal höchste Konzentration und Einsatz gefordert sein. Besonders die 34 Punkte der Razorbacks aus den Vierteln drei und vier sollten die Stuttgarter an das Potential des Gegners erinnern.
Das Rückspiel in Ravensburg findet am 7. Oktober statt. Kickoff im Lindenhofstadion ist um 15 Uhr.

Für das Rückspiel wird kurzfristig ein Fabus organisiert, alle Infos dazu HIER.

Bilder: Sarah Philipp