Nach dem geglückten Preseason-Spiel der Stuttgart Scorpions vor zwei Wochen startete das Team um Headcoach Jermaine Guynn am 4. Mai mit voller Euphorie in das erste Pflichtspiel der Saison gegen die Marburg Mercenaries. Marburger, das sein erstes Regular Season-Spiel bereits in der Vorwoche bestritt, reiste dabei gezeichnet von der Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns nach Stuttgart. In einer unterhaltsamen Partie setzten sich die überlegenen Stuttgarter am Ende mit 30:21 durch.

Die Euphorie auf die GFL Saison bewies die Offense der Scorpions bereits im ersten Drive, als nach nur zwei Minuten der erste Passing-Touchdown durch Michael Eubank zustande kam. Der anschließende Kick durch Pascal Flöser zauberte den 07:00 Stand auf die Anzeigetafel. Auch die Defense setzte im Anschluss ein Ausrufezeichen in Richtung Marburg, als Corey Chapman den laufstarken Quarterback der Gegner mit einem Sack stoppte. Nach einem kurzen Drive der Offense lieferte die Defensive der Stuttgarter erneut ab. Durch hohes Pressing der Pass-Rusher geriet Mercenaries-Quarterback Jakeb Sullivan so unter Druck, dass Stuttgarts Defensive Back Nick Wenzelburger den Ball für eine Interception abfangen konnte.

Die Stimmung der zahlreich angereisten Fans auf der Waldau war trotz des kalten Wetters nun bereits auf einem Höhepunkt. Die Offense nutzte die Vorlage von Wenzelburger zum Angriff und bestrafte Marburgs fehler umgehend. US-Neuzugang Tyler Cooperwood fing zu Beginn des zweiten Viertels einen langen Pass von Quarterback Michael Eubank zum zweiten Touchdown der Partie. Der Spielstand von 14:00 für die Gastgeber war zu diesem Zeitpunkt hochverdient.

In der Folge wie jedoch die Defensive der Scorpions einige Lücken auf, die Marburg-Quarterback Jakeb Sullivan mehrmals zu einem First Down nutzten konnte. Auch der schnelle und wendige Triston McCaathern nutze die Löcher in Stuttgarts Abwehr ein ums andere Mal aus. Dennoch ließ sich die Defense davon nicht unterkriegen und übte weiterhin Druck auf die Wide Receiver aus, und das mit Erfolg. Bei noch 9 Minuten Spielzeit im zweiten Viertel fing Stuttgarts Abwehr erneut einen Ball für eine Interception ab. Der darauffolgende Drive der Stuttgarter wurde mit einem Fieldgoal durch Scorpions Allzweckwaffe Pascal Flöser zum 17:00 Zwischenstand vollendet.

Für die Mercenaries war dieses Spiel aber noch lange nicht gelaufen: Beherzt setzten sie zur Gegenwehr an. Mit einem erfolgreichen Drive schafften es die Gäste im Anschluss mit einem Touchdown die ersten eigenen Punkte auf das Scoreboard zu bringen. Mit 17:07 auf dem Zählbrett durfte dann nochmals Pascal Flöser zu einem Fieldgoal antreten und verwandelte treffsicher zum Halbzeitstand von 20:07.

In der Pause hielt die Marching Band SLD aus Stuttgart die Zuschauer mit einer Halftime-Show warm. Nach der Halbzeit wurde das anfangs so offensiv geprägte Spiel zu einer Defensiv- Schlacht. Keines der beiden Teams schaffte es im dritten Viertel Punkte zu erzielen. Im vierten Quarter konnten die Scorpions jedoch ihre Führung durch ein erneutes Fieldgoal von Flöser auf auf 23:07 ausbauen. Auch die Marburger kamen nach längerer Durststrecke nochmals mit einem Touchdown zurück und verkürzten nach einer missglückten Two-Point Conversion um sechs Punkte auf 17:13.

Den Schlusspunkt der Begegnung setze auf Seiten der Stuttgarter dann Runningback Giacomo De Pauli mit einer herausragenden Leistung und einem weiteren Touchdown zum Spielstand von 30:13. Durch teils diskutable Schiedsrichterentscheidungen im Anschluss schaffte es jedoch auch Marburg erneut aufs Scoreboard zu kommen. Nach einem Touchdown inklusive Two-Point Conversion stellten die Gäste den Endstand von 30:21 her.

Das erste reguläre Saisonspiel hat gezeigt, dass die Formkurve der Skorpione deutlich nach oben zeigt und sich in der Offseason viel getan hat. Die intelligente Spielführung der Stuttgarter sowohl offensiv als auch defensiv hat an diesem Abend verdient zum Sieg geführt. Nach den Schwierigkeiten der letzten Saison lässt diese Entwicklung hoffen. Nun gilt es, in der nächsten Begegnung gegen die Kirchdorf Wildcats den Rückenwind mitzunehmen.

Autor: MH

Fotos: Sarah Philipp