Die Stuttgart Scorpions haben am Samstag einen wichtigen und womöglich vorentscheidenden Schritt in Richtung Playoffs gemacht. Das Team von Head Coach Jermaine Gyunn gewann bei den Munich Cowboys mit 31:24 und hat bei noch vier ausstehenden Spielen sieben Punkte Vorsprung auf den fünften Platz. Für die Cowboys ist nach der Niederlage der Traum von den Playoffs in weite Ferne gerückt, müssen sie in den letzten vier Spielen doch noch zweimal gegen die Schwäbisch Hall Unicorns und einmal gegen die Frankfurt Universe ran.

Zu Beginn der Partie taten sich beide Offenses aufgrund des nassen Balles zunächst noch schwer. Beide starten mit 3&Outs und so dauerte es rund drei Minuten bis die 1.638 Fans, darunter auch einige Stuttgarter-Fans, den ersten First Down zu sehen bekamen. Trotz dieses Teilerfolges endete auch der zweite Scorpions-Drive mit einem Punt von Pascal Flöser. Die Scorpions-Defense, die ohne den verletzten Safety Konstantin Katz angereist war, zeigte sich aber schon früh enorm verbessert im Vergleich zum Spiel bei den Marburg Mercenaries, wo sie 52 Punkte zuließen. Erneut gelang ihnen ein 3&Out, was ihnen dann nochmal im dritten Viertel gelingen sollte.

Nach einem starken Punt Return von US-Receiver Tyler Cooperwood, der sich nach dem Spiel bei den Cowboys für eine T-Shirt-Aktion aus dem Hinspiel entschuldigte, startete Quarterback Michael Eubank mit seiner Offense auf Höhe der Mittellinie. Eubank vervollständigte drei Pässe in Folge und so stand die Stuttgarter Offense acht Yards vor der Münchener Endzone. Zwar reichte es nur zu einem Field Goal durch Flöser aus 22 Yards, doch die Stuttgarter Offense war nun endgültig im Spiel angekommen.

Zu Beginn des zweiten Viertels mussten die Cowboys ihrerseits erneut punten, wobei dem Ersatzpunter Daniel Pfaffinger, der für den verletzten Robert Werner einspringen musste, lediglich zehn Yards gelangen. Die erneut gute Feldposition nutzten die Stuttgarter zum ersten Touchdown der Partie. Running Back Giacomo dePauli erzielte mit einem 2-Yard-Lauf das 10:0 für sein Team. Dieser Rückstand ließ wohl einen Ruck durch die Cowboys-Offense gehen. Nach dem ersten Big Play der Partie, Wide Receiver Jaylen Zachery erzielte 40 Yards nach einem Pass von Quarterback Brady Bolles, konnte eine Minute vor der Halbzeit Pfaffinger ein Field Goal aus 30 Yards verwandeln.

Dieses Momentum nahm das Team von Garren Holley mit in die zweite Halbzeit und erzielte durch einen 23-Yard-Pass auf Kai Silbermann den 10:10-Ausgleich. Doch das brachte die Stuttgarter Offense nicht aus dem Rhythmus. Nach einem erneut langen Drive war es wieder DePauli, der aus einem Yard Entfernung das 17:10 erlief. Die Scorpions hatten aber noch nicht genug. Nach einem erneut kurzen Punt von Pfaffinger, der lediglich acht Yards weit flog, erzielte Cooperwood nach einem Pass von Eubank einen 17-Yard-Touchdown.

Der Schlagabtausch der beiden starken Offenses setzte sich auch im letzten Viertel fort, konnten die Cowboys doch wieder verkürzen. Dieses Mal war es Zachery, der einen 17-Yard-Pass von Bolles zum 17:24 aus Münchener-Sicht verwandelte. Doch dieser Abstand währte nur kurze Zeit. Zwei Spielzüge später trug Scorpions-Wide Receiver Lukas Pietsch nach einem Ausrutscher des US-Safety Jacob Wuesthoff den Ball für 83 Yards in die Endzone. Bei noch 7:49 Minuten auf der Uhr lief dem Holley-Team die Zeit davon. Zwar gelang der Cowboys ein erneutes Big Play in Form eines 50-Yard-Passes auf Zachery, der am Ende elf Bälle für 209 Yards fing, doch ein ausgespielter 4th Down gelang nicht.

Immerhin gelang es nun der in dieser Saison eigentlich starken Cowboys-Defense mal wieder ein 3&Out zu forcieren. Das Momentum nutzte die Offense, die zwei Minuten später aus neun Yards auf 24:31 verkürzte. Zachery hatte einen Pass von Bolles gefangen. Beim anschließenden Kickoff versuchten die Cowboys einen Onside Kick, der dank der Mithilfe der Scorpions gelang. Bei noch 1:36 Minuten zu spielen hatten die Cowboys nun die Möglichkeit auf das Remis. Doch Bolles, der 33 von 52 Pässe für 411 Yards und drei Touchdowns anbrachte, zeigte Nerven. So konnte er einen völlig freien Silbermann in der Endzone nicht bedienen, war sein Pass doch zu ungenau. Es folgten zwei Pässe auf Zachery, die ebenfalls nicht ankamen. Somit gab es erneut einen Turnover on Downs, der den Sieg der Stuttgarter besiegelte.

Neben dem wichtigen Sieg für die Scorpions dürften Gyunn die Leistung seiner Mannschaft umso mehr gefallen haben. So ließ die Defense zwar 410 Total Yards zu, erlaubte aber nur 16 First Downs und -1, also negative, Rush Yards. Zudem wurde QB Bolles dreimal gesackt. Auch die Offense fand wieder ihren Rhythmus. Eubank (22/34, 289 Yards, 2 TDs, 1 INT) verteilte den Ball, sodass acht Spieler mindestens einen Pass fingen. Mit einer ähnlichen Leistung ist für das Team von der Waldau auch ein Sieg bei den Allgäu Comets, dem Gegner in zwei Wochen, in Reichweite.

Autor: SM

Fotos: Sarah Philipp